Er fand zu Gott ohne es zu wollen. Er sah Gott ohne ihn sehen zu wollen. Gott sprach zu ihm wenn er nicht hören wollte.

Jakobus ist kein Heiliger, kein Mann des Glaubens, aber doch von Gott erwählt.

Wissend von der Absicht Gottes ihn als Prophet zu erwählen sträubte er sich. Wie ein Kind weigerte er sich dem Vater zuzuhören und ihm zu gehorchen. Jakobus wusste von Gott doch er glaubte nicht, befolgte seine Gesetze nicht und tat alles um vor Gott zu fliehen. So verließ er seine Heimat gen unbekanntes Terrain auf der Suche nach Menschen die seinem Unglauben teilten. Auf seiner Pilgerfahrt traf er auf eine kleine Gaststätte an einem großen See. Olivenbäume reihten sich entlang des Weges zu diesem Haus, doch die Bäume trugen keine Früchte, das Gras war nicht grün, sondern gelb der Trockenheit. Dieser Ort war keine heilige Stätte und erst recht kein Ort an dem man Gott vermuten würde. Jakobus klopfte müde des Weges an die Tür und wurde von einer dunklen Gestalt empfangen, nicht wissend ob es sich um einen Menschen oder etwas fremdes handelte. Im Inneren traf er auf die abgeschiedenste, von Gewalt und Missgunst erfahrene Gesellschaft, die sich ein Mensch vorstellen könnte. Er setzte sich an einem Tisch und blickte in die Runde. Mörder, Verbrecher, Verräter horten sich an diesem Hort des Bösen. Wahrlich Gott ist nicht hier frohlockte Jakobus und fühlte sich hier an seinem Ziel angekommen. Warum Jakobus sich vom Herrn schied war ein simpler Grund. Er sehnte sich nach kompletter Freiheit und Selbstbestimmung, ohne an Geboten und Moral gebunden zu sein. Er genoß sein Out-Law Leben und glaubte es besser zu haben, wenn er selbst über sein Schicksal entschied. Doch plötzlich trat eine dunkle Gestalt an ihn heran und sprach ihn leise an: ´´Ich sehe wir haben hier einen Neuen in unserer Mitte, du scheinst von weit weg zu stammen. Sprich Geselle, was führt dich zu uns ? ´´. Jakobus stand auf, hebte sein Glas und rief aus innerster Tiefe: ´´Ihr Gottlosen Geschöpfe, euch habe ich gesucht und gefunden. Wahrlich ich floh vor Gott auf der Suche nach einem Ort, den er nicht kennt. Hier habe ich meine neue Heimat gefunden.´´ Alle Anwesenden schauten ihn wortlos an. Niemand regte sich, niemand bewegte sich. Es folgte eine geraume Stille, bis zu dem Moment als eine Frau neben dem Tresen ihn überrascht fragte: ´´Fremder, erzähl doch, wer ist dieser Gott? Wir hören hier das erste Mal von ihm und möchten mehr erfahren.´´ Überrascht starrt Jakobus die Frau an. Er suchte nach einem Ort ohne Gott, aber sobald er diesen gefunden hat, sucht eben dieser Ort nach Gott. Jakobus überlegte und antwortete der Frau: ´´Gott ist der Schöpfer des Himmels wie Erde, der Vater aller Geschöpfe und das Ebenbild des Menschen. Doch ich sage euch, vernarrt euch nicht an ihm, denn er ist ein strenger Vater, der streng fordert.´´ ´´Wir haben einen gemeinsamen Vater, Schöpfer und es gibt einen Himmel ? ´´ rumorte es von der Menge. Alle Anwesenden schauen sich an und es passierte etwas, wovon Jakobus nie gerechnet hätte. Die Meute zog gen Ausgang und starrten in den Himmel. In diesem Augenblick trugen die Olivenbäume Früchte, das Gras blühte zu neuem Grün und der dunkle Schleier der Gottesfremden Wesen entzog sich. Dies war der Augenblick an dem diese Menschen zum ersten Mal von Gott hörten und wie aus einem natürlichem Instinkt ihn suchten und fanden. Jakobus erkannte die Folgen seines Handelns. Er floh vor Gott und unbewusst wurde er eben dadurch zu einem Propheten, der Gottes Wunder verkündete. So blickte auch er in den Himmel und sah: Gottes Wege sind unergründlich.