Schweden belagern das mittelalterliche Bremen.
Garnisonen liegen vor der Stadt um die schöne Hansestadt zum Einlenken zu erzwingen.
Die Monate vergehen und die Nahrungsmittelvorräte der Stadt neigen sich dem Ende zu.
Um die Belagerung möglichst schonend zu beenden machen die Schweden den tapferen Bremern ein Angebot. Sie sollen ihre schönste Frau der Stadt schicken, der dem schwedischen König fortan als Hofgeliebte dienen soll. Natürlich überlegten die hungernden Bremer nicht lange und stimmten zu. Auf der Suche nach der Frau, die dem Herrscher auf Zeiten ihrer jugendlichen Schönheit dienen soll verneinte jede Frau dieses Schicksal und zogen dem Hungertod vor.
Nur eine Frau fasste allen Mut zusammen und entschied sich ihre Stadt zu erlösen.
Es handelte sich um eine junge Frau mit pechschwarzen langen glatten Haaren und recht markanten Gesichtszügen. Als diese recht exotische Schönheit durch das Stadttor schritt, säumten die Bürger der Stadt die Straße und feierten ihre Heldin.
Die blonden Schweden waren entzückt von dieser einzigartigen Frau und geleiteten sie in das Zelt ihres Königs. Nachdem die Vorhänge des Eingangs zugezogen waren erschien aus dem hinteren Bereich des Raumes eine schlanke Gestalt mit gekröntem Haupt. Die Frau schritt stolz vor dem Herrscher und flüsterte sie sei bereit ihrer Stadt zu dienen und ihr Leib dem König zu opfern.
Dieser legte seinen Gewand ab, schritt bis auf wenige Millimeter an ihr Gesicht und sie schauten einander in den Augen. Tiefbraune fast schwarze Augen blickten auf hellblaue Augen. Doch plötzlich zuckten die Augen des Schwedenkönigs. Ein Messer steckte in seinem Leib und Blut rinn langsam auf den Teppichboden. Leise drückte die Frau den Mann auf den Boden und küsste ihm sanft auf die Stirn. Doch da zuckten ihre Augen auch. Sie erkannte die Güte im Wesen des Königs und dieser erkannte ihr wahres, das männliche Geschlecht im Gewand einer Frau. Langsam hob der sterbende Mann seinen Kopf und flüsterte leise, wie gerne er doch des männlichen Körpers gespürt hätte und welche Bestimmung es doch von Gott gewesen sein muss, dass er ihm einen Mann des selben Ufers in sein Schlafgemach schickte. Der enttarnte junge Mann im weiblichen Gewand erschrak über sein vorschnelles Handeln und bereute es doch, dem einzigen Menschen der seinem Körper und Liebesgesinne nicht abgeneigt war, mit einer Bewegung zu ermorden.
Beide Männer blickten sich ein letztes Mal in die Augen bis die Blauen sich für immer schlossen. Die braunen sollten wenige Stunden später qualvoll am Strang sich schließen.
Ein Krieg brachte durch ein Zufall zwei Menschen des selben Geschlechts zueinander. Und nur die Unkentniss der gleichen Liebe zum selben geschaffenen Körper brachte sie wieder außeinander und führte zum leidigen Ableben beider Seelen.
Die menschliche Sexualität kennt viele Facetten und noch mehr Tabus, die sich ihr entgegenstellen. Doch manchmal kann sie in einer mittelalterlichen Belagerung einen König und eine falsche Frau zusammen bringen, die beide täuschten und dadurch sich selbst des Lebens täuschten und dieses für immer verloren.
