Sie sieht ihn an.

Nicht mit einem gewöhnlichem Blick vielmehr auf eine erregte Art.

Was würde sie alles tun um ihm näher zu sein, seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, seine Augen auf die Ihre zu richten.

Und sie träumt.

Träumt von seinen Lippen auf dem Ihrer, seiner Hände um ihre Hüften, seinem Körper in ihrem. Doch es schmerzt ihr Herz, denn oft ist die Liebe eine Einbahnstraße ohne Gegenverkehr oder Wendemöglichkeit. Sie rast wie auf einer Autobahn in seine Richtung, doch er kommt nicht näher. Nicht einmal in die Nähe und doch ihr Ziel vor Augen. In der Liebe gibt es keine Beschilderung, nicht einmal ein Navigationssystem. Der Mensch fährt nach eigener Orientierung und Gutdünken nur vage die Richtung wissend.

Daher wünscht sie sich sogar ein Crash mit ihm, um wenigstens kurz bei ihm zu sein, ihn spüren, auch wenn es ihr Leben koste. Wenigstens der eine Moment um ihn kennen zu lernen. Alles über ihn herausfinden, alles wie ein gutes Buch zu verschlingen, ihn zu studieren.

Er spürt ihren Blick. Er weiß nicht wie er die Zuneigung erwidern kann, doch er würde es gerne tun.

Auch ihn ist an ihr gelegen. Auch er sehnt sich nach ihr, ihrem Duft, ihrer Augen, ihrem Körper.

Doch er möchte nicht mehr länger darüber nachdenken sondern Taten folgen lassen.

So geht er auf sie zu und redet mit ihr. Fragt ob sie was trinken möge, mit ihm Zeit verbringen zu wollen. Sie lächelt und nimmt das Angebot gerne an. Zusammen gehen sie Hand in Hand hinaus.

Sie sieht ihn mit einem anderen Mädchen hinausgehen und es wurde ihr schwarz vor Augen.

Sie hat ihn verloren und in Weite ferne ziehen lassen mit einer anderen Frau.

Ein letztes Mal blickt sie ihn an, kehrt sich um und drückt leise eine Träne aus ihren Augen…