Warschau 1941.

Dort die Juden, hier die Polen. Dort die Deutschen und drüben die Russen.

Welches Übel sei besser ? Die des Nazi-Westens oder den Bolschewiki im Osten ?

Es ist eine neue Ära der Menschheit ausgebrochen. Die des Rechtes des Stärkeren, dem arischen, der neuen Machtgefüge auf der ganzen Welt.

Für Maciej stellt sich diese Frage nicht. Maciej will überleben in einer Zeit des Überlebens.

Man muss sich der Zeit anpassen, auch wenn diese Zeit verwerflich wäre, aber es ist nun mal die bestimmende Zeit in der neue Regeln herrschen.

Maciej ist 31 Jahre alt, Pole und Hilfspolizist im jüdischen Ghetto Warschaus.

Maciej ist blond, blau die Augen und doch so dunkel im Herzen.

Nicht dass ihm der eigene polnische Staat lieber wäre, aber dieses Polen ist schon längst verloren.

Verloren inmitten der deutschen Herrschaft, derer man sich fügen sollte.

Deutschland, das ist die neue Zukunft, Tod die Vergangenheit des Polnischen. Noch schlimmer das Los der Juden in seinem Land. Lieber die Juden verschwinden lassen, als gegen die Nazis Widerstand zu leisten. Die Juden müssen daran glauben, damit noch etwas Polnisches in der Welt bestehen bleiben kann.

Maciej tut was er für richtig hält in einer Zeit, in der nichts Richtiges mehr gilt.

Als Aufseher im Ghetto behandelt er dessen Bewohner wie eine Beute wilder Tiere, diese zu züchten und Regulieren es bedarf. Diese Arbeit stellte ihm eine gewisse Vergütung in Aussicht und noch mehr die Aussicht des eigenen Überlebens. Natürlich hörte er vom polnischen Widerstand im Untergrund und deren Kampf um ein freies Polen in einer freien Welt, aber welche Chancen haben sie gegenüber der überlegenden Wehrmacht und der SS ?

Brutal und gefällig streift Maciej als Patrouille durch die Straßen Warschaus und bringt als Vollstrecker der Nazis Schrecken in dieser Stadt.

Jede Zeit hat ihre Hürden, Schwere und die Ungerechtigkeit.

Es gibt Menschen wie Maciej, die sich der Schwere beugen und Folge leisten.

Es gibt Menschen wie die Juden, die sich als Opfer der schweren Zeit wiederfanden.

Es gibt Menschen, die aber Widerstand leisten und sich nicht beugen.

Genau diese Menschen bedarf es, die Aufsträuben und die Ungerechtigkeit erkennen.

Europa 2019.

Menschen sterben täglich in Krieg und Vertreibung, ertrinken im Mittelmeer und werden in ihrer Heimat misshandelt.

Und das an den Toren Europas. Und das an den Stränden der Demokratie. Und das trotz der universellen Menschenrechte.

Doch die Geschichte wird zeigen, welche Rolle die Gegenwart in der Zukunft spielen wird.

Die Geschichte wird richten über unser Tun und dem Bemessen, ob wir Widerstand zeigten gegenüber der Ungerechtigkeit.

Der moralische Fortschritt kann nur erfolgen, wenn die Menschen zu Lebzeiten die Aufgaben wahrnehmen, erkennen und dessen Bedeutung bewusst werden.