Dris tritt aus seinem Büro und geht in die die frische Pariser Abendluft hinaus.

Es war wieder ein anstrengender Arbeitstag in der Firma, die auf Haushaltstechnik spezialisiert war und der erste Gedanke nach dem Feierabend war die Freude Laurent wiederzusehen und dessen Lippen zu küssen.

Dris ist schwul und schwarz. Nicht dass seine Homosexualität je ein Problem für ihn war, vielmehr war es das Schicksal ein Franzose mit afrikanischen Migrationshintergrund zu sein. Schon Dris´ Großeltern kamen kurz nach dem Krieg nach Frankreich dank seinem Großvater, der als Soldat in der Fremdenlegion während des Krieges in Nordafrika kämpfte.

Es war eine Familiengeschichte, die es nicht oft in Frankreich gab. Dris erinnerte sich an die stolzen Erzählungen seines Großvaters, als junger Mann Frankreich gedient zu haben und gegen die bestialischen Nazis gekämpft zu haben, die Menschen seiner Hautfarbe wegen verfolgt und ermordet haben, wie es auch vielen weißen Franzosen und den Juden ergangen ist.

Noch stolzer zeigte er seinem Enkel stets die zahlreichen Auszeichnungen für seinen Mut und als Dank der französischen Nation die Staatsbürgerschaft. Die Familie ließ sich in Paris nieder und Dris Vater genoß eine gute Schulbildung und schließlich eine Lehre in einem Textilunternehmen.

Dris´Familie genoß zwar das Leben in der französischen Mittelschicht, doch gab es genügend Landsleute, die ihnen um diesen Platz nicht wohl genossen haben oder gar neideten aus dem einfachen Grund, dass sie schwarz waren.

Nicht einmal passierte es sogar, dass Dris´Vater schlecht oder gar abfällig über die anderen Migranten aus Afrika redete, die durch ihre schlechte Bildung den Ruf der eigenen Familie gefährde.

Dies alles war noch in Ordnung, doch der absolute Höhepunkt der absurden Klischees über Schwarzafrikaner war einfach die Tatsache, dass Dris schwul ist.

Doch gemessen an anderen Schicksalen, wie die von Dris, ist die Toleranz seiner Eltern und Großeltern zu seiner Orientierung. Es war vor allem der Großvater, der ihn zu Zeiten des Outings verstand und unterstützte. ´´Ich habe für ein freies Frankreich gekämpft und dafür dass meine Kinder und Enkel frei in diesem Land leben können´´waren seine Worte, die Dris die Tür zur unbekümmerten Entfaltung seiner selbst verhalf. Hinzu kam die Tatsache, dass Dris in Paris aufwuchs, welches ihm in seinem Liebesleben noch Aufschwung gab.

Schon früh erkannte Dris seine Zuneigung zum selben Geschlecht und noch früher die Fantasien mit einem Jungen zu schlafen. All dies verhalf Dris dazu zu einem selbstbewussten , schwulen und lebensfrohen Menschen zu reifen.

Genau an diesem Punkt dachte er viel über die Kindheit Laurents nach, die eben nicht von dieser liberalen Art geprägt war, sondern von Hass und Gewalt. Erschrocken stellte Dris bei seinem Heimweg fest, wie schwer doch diese Last für Laurent war und noch immer ist.

Wie bizarr doch eben das Leben sei.

Dris stieg in die U-Bahn und setzte sich an einen Fensterplatz. Ihm gegenüber saßen ein junges Paar von jugendlichem Alter, die noch ganz beschämt und schüchtern sich die Händen hielten. Wie schön doch die Liebe zweier Menschen sei, waren seine Gedanken und er freute sich umso mehr seinen Geliebten Laurent wiederzusehen.

Nach drei Stationen stieg Dris aus der U-Bahn und nach zehnminütigen Laufweg erreichte er schließlich das Altbau, indem sich ihr gemeinsames Apartment befand.

Der Schlüssel öffnete das Schloß und die innere Wärme begrüsste den fröstelnden Dris.

´´Mon cheri. Ich bin wieder da.´´

Er trat in den Salon und fand Laurent am Schreibtisch vor sich.

´´Du schreibst wieder ? ´´

´´Salut Mon Cheri, ich wollte grade aufhören für heute.´´war die Antwort.

Dris sah Laurent an. Er sah einen wunderschönen Mann mit engelsgleichen hellen Haaren, klarblauen Augen und einem Blick, der sich wie Feuer in sein Herz brennt.

Wie sehr liebte er doch diesen Mann, den er vor Jahren zufällig in einer Messe kennenlernte und nie wieder missen wolle. Es war diese interessante Aura Laurents, die ihn faszinierte und eben der frohe Wortwitz von Dris, der sie zusammenbrachte. Lange verschwieg Laurent der Öffentlichkeit seine Beziehung zu diesem Mann, doch umso schöner das Leben nun in Wahrheit und Stolz zu leben.

Solle sich doch die Welt ein Beispiel nehmen an diesem Paar und ihre unendliche Zuneigung zu einander, egal ob es sich um zwei Seelen des selben Geschlechts handele, denn es war nun mal die Liebe zweier Menschen. Zu dieser Liebe gehöre auch die Intimität und die sexuelle Erfüllung.

Dris und Laurent schliefen oft miteinander. Doch es war nie ein schneller oder grober Akt, vielmehr ein schöner Bonus der Liebe zweier Menschen.

Dris trat an Laurent heran, der am Schreibtisch saß. Die dunklen musterten die hellen, der Schlag des Herzens wurde schneller, die Sehnsucht nach des anderen größer.

Laurent nahm Dris Hand legte sie an seine Wange, der ihn zärtlich berührte. Dann stand Laurent auf und nahm sein Gesicht ganz nah an des von Dris. Beide schauten einander tief in die Augen, bis schließlich ihre Lippen sich näherten und liebkosten. Dris legte seine rechte Hand an Laurents Hinterkopf und aus langsamer Liebkosung entsprang eine flammende Leidenschaft, die des Körpers Verlangen nährte und Öl ins Feuer goss. Dann nahm Laurent seine linke Hand an den Schritt von Dris und spürte seine Erregung. Noch kräftiger griff Laurents Hände an des Gliedes von Dris und massierte sie langsam durch die Hose hindurch. Ein Stöhnen enthauchte aus Dris Lunge und nahm Laurent zum Anlass weiterzugehen. Laurent senkte seinen Haupt und öffnete langsam den Hosenstahl. Ganz langsam nahm er den Penis von Dris hinaus und schaute nochmal Dris in die Augen. „Ich liebe dich mon cheri.´´sagte Laurent fast flüsternd. ´´Ich liebe dich auch´´war Dris´Antwort.

Dann nahm Laurent beide Hände und massierte den Glied langsam hin und her. Schließlich nahm er seine Zunge und legte diese an den Schaft. Er schmeckte die ersten Lusttropfen und diese nahm er zu Anlass noch weiterzugehen. Erst langsam liebkoste er mit den Lippen das Glied, bis die Erregung von Dris das auf und ab beschleunigte. Dris genoß diese Liebkosung in vollen Zügen, bis schließlich er Laurent´s Haupt wieder nach oben bugsierte und ihn in die Lippen küsste.

Schließlich zogen sich beide komplett aus und standen sich Hand in Hand gegenüber.

Irgendwann war es Laurent der Dris ans Bett führte und voll verlangen in sich spürte.

Es dauerte nicht lang bis beide Männer dem Himmel ein ganzes Stück näher waren und sie in den siebten Himmel katapultierte. Es war ein intimer und umso schöner Moment zweier Menschen, die sich liebten und spürten. Kein Moment der Schande oder Sünde, mehr ein Stück Göttlichkeit auf Erden.

Dris war noch wach, während Laurent einschlief und sein Kopf an seiner Brust lag.

Er dachte nach. Über die Liebe zu diesem Mann und der schrecklichen Vergangenheit, die ihn bis heute heimsucht.

Dris wusste nicht, wie er seinem Partner helfen könne. Er versuchte einfach da zu sein und ihn bei allen Belangen zuzuhören und zur Seite zu stehen.

Noch geraume Zeit dachte er nach, bis schließlich der Schlaf auch ihn einholte und er Arm in Arm mit seinem Geliebten schlief.

Fortsetzung folgt…