Graue Tristesse inmitten des Grün der Wiesen und Felder in den ärmsten Regionen Rumäniens.

Rumänien liegt zwar nun in der EU, doch diese Gegend schlief im Stillstand des zeitlosen Nichts der Armut.

Viele Menschen zogen hier in den Westen, auf der Suche nach Arbeit, Geld, Wohlstand und ein besseres Leben. Nur wenige Familien blieben hier, meist die Alten und Kinder.

Dragos war weder Alt noch ein Kind. Er ist 21 Jahre alt und lebt mit seiner Großmutter in einer Baracke in einem Dorf voller Baracken. Nichts bietet sich ihm hier, doch er blieb seiner Großmutter zuliebe. Diese versorgte er liebevoll und hielt sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser.

Da er einer der wenigen jungen Männer im Dorf war, beanspruchten meist die Alten seine Kraft für schwere Arbeiten die anlagen , egal ob im Garten oder bei einer Renovierung. Dragos war der Mann für alles.

Jedoch fühlte sich Dragos zusehends einsam in diesem stillen Ort, ohne Gleichaltrige Freunde und noch schlimmer, ohne einer Frau die er anbeten könnte. Gelegentlich gab es auch hier eine Fluktuation an Menschen, oft Verwandte die ihre Familien besuchen, aber keine Frau für Dragos.

Es war nicht so, dass Dragos besessen nach einer Frau sucht, aber auch er in seinen jungen Jahren sehnt sich nach dem Körper einer Frau, ihrem Duft, ihrer Schönheit. Dragos wusste solange seine Großmutter hier lebt, kommt er hier nicht mehr weg, aber natürlich hoffte er sie möge noch lange bei ihm bleiben. Beiden verband ein tiefes Verhältnis mit viel Liebe und Zuneigung, wie es oft nur zu Großeltern möglich ist. Dragos Großmutter hieß Anna und hatte Vorfahren aus Deutschland, die vor dem Krieg sich in diesen Gegenden niederließen. Anna war stolz auf diese Vorfahren und pflegte die deutsche Sprache zu behüten, wobei sie allerdings ganz alleine war, denn nur sie beherrschte diese für Rumänen schwierige Sprache. So saß sie oft in ihrem Schaukelstuhl vor der Hütte und sprach mit den Katzen auf deutsch. Diese konnten zwar nicht antworten, aber Anna reichte es um deutsche Wörter aus ihrem Mund zu zaubern. Dragos verstand kein deutsch, aber er ließ seine Großmutter gewähren, damit diese in ihrem Lebensabend noch ein wenig Freude bei der Unterhaltung mit den Katzen genoß.

Die Tage, Wochen und Monate vergingen, ohne dass sich großartig etwas änderte. Alles lief seinen gewohnten Gang, doch selbst in den langweiligsten Gegenden Europas ändert sich auch mal etwas und dies sollte bald passieren.

Dragos war gerade im Garten zu schaffen und Anna in der Küche, als sie Motorengeräusche wahrnahmen. Die Dame blickte aus dem Fenster und sah einen ziemlich schicken und großen schwarzen Wagen vor dem Haus anhalten. Der Mercedes hatte deutsche Kennzeichen und eine kleine Gruppe stieg aus dem SUV aus und klopften an die Tür.

Anna öffnete diese und zwei Männer wie eine junge Frau standen ihr gegenüber.

´´Guten Tag, sind sie Anna Großbeck ? ´´

Die betagte Dame war sehr überrascht über die deutsche Anrede und antwortete: ´´Ja die bin ich ?

Und wer sind sie ?´´

Ein Lächeln flammte in ihren Gesichtern auf und die junge Frau frohlockte: ´´Frau Großbeck wir haben sehr lange nach ihnen gesucht. Wir sind die Enkel von Fritz Großbeck. Fritz ist ihr Cousin.

Er suchte nach der Familie die in Rumänien blieb. Wir haben aber nur Sie gefunden.´´

Ein Lächeln zauberte sich im Gesicht Annas und sie umarmte die Gruppe und lud sie in das Haus ein. ´´Kommt rein, ich koche uns einen Tee. Etwas Gebäck habe ich auch da. Dragos, Dragos !! Komm rein, wir haben Besuch aus Deutschland !! ´´

Die Gruppe und Anna setzen sich in der Stube an den kargen Tisch und Dragos stieß hinzu. Er sah zwei Männer in der Mitte ihres Lebens und eine unfassbar hübsche Frau mit langen blonden Haaren in seinem Alter. ´´Dragos spricht leider kein deutsch.´´witzelte Anna den Landsleuten zu, die ihr anboten auf Englisch mit ihm zu sprechen. ´´Niet, Englisch spricht er auch nicht .´´ fügte Anna hinzu und so war Dragos gezwungen einfach dort zu sitzen am Tisch, zuzuhören wie sie sich auf deutsch unterhielten und ab und an verschämt zu Lächeln.

Dragos musterte die Fremden und immer wieder hing sein Blick bei der jungen Frau. Sie war unfassbar schön. Solch eine schöne Frau hatte Dragos noch nie gesehen.

Die Gäste aus Deutschland waren sehr freundlich und interessierten sich für die Geschichte Annas und die Zeit der deutschen Siedler in dieser Region. Sie unterhielten sich lange bei Tee und Gebäck über die Vergangenheit bis schließlich es schon spät des Tages wurde.

Gerade als sie aufstehen wollten, um in die nächste Stadt zum Hotel zu fahren, bot Anna ihnen eine Übernachtung in deren beschaulichen Zuhause an. Doch die Deutschen lehnten dieses Angebot freundlich ab und fuhren zurück in ihr Hotel.

Dragos war jetzt sehr wissbegierig, worüber sie sich unterhielten und seine Großmutter erzählte ihm, dass deren Großvater Fritz ein Bruder ihres Vaters war. Zum Ende des Krieges herrschte Chaos in Osteuropa wie eigentlich auf der ganzen Welt und die Brüder sollten sich bald aus den Augen verlieren. Deutsche waren nicht gerade beliebt auf der Welt nach diesem Krieg und Annas Vater verheimlichte die deutsche Abstammung bis zum Ende des Kommunismus in Rumänien.

´´Aber warum seid ihr nicht nach Deutschland geflohen ? ´´ fragte Dragos und seine Großmutter schwieg eine Weile bis sie schließlich antwortete: ´´ Meine Mutter war Jüdin. Ehrlich gesagt zerstritten sich mein Vater und sein Bruder wegen meiner Mutter. Fritz war nicht sehr angetan. Er selbst war ein strammer Nazi und der Grund warum mein Vater nie über ihn sprach. Seine Enkel erzählten er wolle gerne seine Familie in Rumänien wiedersehen. Ob er jetzt ein geläuteter Mensch ist, weiß ich nicht. ´´

´´Ich finde das irgendwie ungerecht. ´´entbrannte es Dragos und fuhr wütend fort: ´´Der Nazi kehrt nach Deutschland zurück, lässt es sich gut gehen und wir leben jetzt in diesem Kaff im Nirgendwo Rumäniens. Wärt ihr doch mitgegangen. „

´´Junge du weißt nicht was wir alles ertragen mussten. Der Terror, das Böse in den Menschen. Diese s Böse ließ sogar Familien zerstreiten und trennte sie. Kein Jude wollte mehr in dieses Reich des Bösen zurückkehren. Dieses Land war tabu. Bis jetzt. Ich hänge an Deutschland, der Sprache, aber wir gehören hierher nach Rumänien. Das Land in das einst unsere Vorfahren kamen um ein besseres Leben zu führen mit günstigem Land und einer Freiheit, wie es sie im Westen immer weniger gibt. Ich weiß du bist jung mein Dragos. Aber lasse mich hier noch das bisschen Zeit hier auf dieser Erde. Natürlich kannst du jederzeit gehen. Ob Deutschland oder Polen das ist egal. Es sind neue Zeiten in Europa und du solltest diese neue Freiheit genießen. ´´

Dragos sah seine Großmutter an, hielt ihre Hand und sagte schließlich er bleibe bei ihr. Bis zum Ende.

Wochen später kam ein Brief aus Dortmund in das kleine Örtchen Rumäniens. Anna und Dragos öffneten diese aufgeregt und ein langer Text auf Deutsch befand sich darin sowie ein Foto.

Auf dem Bild war ein älterer ergrauter Mann in Pullunder mitsamt seiner Familie an seiner Seite. Es war Fritz, seine Frau, Kinder und Enkel.

Anna las leise den Brief und sagte schließlich zu Dragos: ´´Mein Junge wir fahren nach Dortmund. Wir fahren nach Deutschland…

Im nächsten Brief aus Deutschland befand sich Geld für die Reise nach Dortmund.

Mit einem Buschtaxi fuhren Anna und ihr Enkel in die Hauptstadt Bukarest um mit dem Zug nach Deutschland zu fahren. Dragos war bisher nur einmal in der Hauptstadt seines eigenen Landes als Schüler in einer Klassenfahrt. Doch seitdem hat sich viel getan in der Stadt. Neue Hochhäuser reihte sich neben den wunderschönen und renovierten Altbauhäuser und Dragos war fasziniert von dieser pulsierenden Metropole. Hipsters und Alternative chauffierten entlang den breiten Boulevards und den engen Gassen der Innenstadt. Sie gingen in den geschichtsträchtigen Hauptbahnhof und informierten sich am Schalter über die Zugfahrt gen Westen. Dragos zog extra zu diesem Anlass seine ´´besseren Klamotten ´´an aber selbst diese schienen altmodisch verglichen zu den Outfits der anderen Menschen. Dragos fühlte sich dadurch etwas verunsichert, aber ließ sich nichts anmerken. Das einzige was Anna ihm anmerkte waren seine Blicke nach den vielen wunderschönen Mädchen, die mit Jutetaschen durch die Gegend liefen. ´´Junge, eine Frau lernst du auch noch kennen. ´´ witzelte seine Großmutter. ´´Du bist ein recht ansehnlicher Junge. Die Frauen werden dir auch noch nachlaufen. ´´ Tatsächlich war Dragos nicht von hässlicher Natur gesegnet mit seinen Nussbraunen Haaren und den dunklen Augen. An Gleis 9 stiegen sie in den Expresszug und fanden schnell ihre reservierten Sitzplätze. Selbst dieser Zug machte einen großen Eindruck auf Dragos, der nur das ländliche Leben kannte und wenig Berührung mit anderen Lebensstils oder gar Mode erfuhr.

Der Zugführer pfiff laut in seine Pfeife und die große Reise begann. Eine Reise in eine andere Welt…

Zwanzig Stunden vergingen fast wie im Flug. Ein Tonsignal ertönte und der Lokführer kündigte den Halt am Dortmunder Hauptbahnhof an. Anna und ihr Enkel nahmen ihre Koffer und schauten aus dem Fenster. Sie sahen eine große Bahnhofshalle und viele Menschen an den Steigen herumlaufen.

Als der Zug schließlich hielt und sie ausstiegen hörten sie laut ihre Namen rufen. ´´Anna, Dragos, hier !! ´´Es war das blonde Mädchen mit einem Begleiter an ihrer Seite. ´´Greta, da seid ihr ja.´´rief Anna zurück und umarmte sie. ´´Dies ist mein Freund Carlo ´´stellte Greta ihre Begleitung vor. Dragos umarmte auch Greta und schüttelte ihrem Partner die Hand. Neid überkam Dragos. Neid vor diesem attraktiven Mann und der schönen Frau an die er ständig während der Reise denken musste. Er kam sich vor wie ein Idiot, er hätte ja wissen sollen, dass eine schöne deutsche Frau kein Interesse an einen Rumänen aus dem Lande hatte.

Greta und Carlo begleiteten die beiden Fremden aus dem Bahnhof und stiegen auf den draußen geparkten Mercedes. ´´Wie war die Reise ? ´´fragte Greta wissbegierig Anna und diese erzählte voll Enthusiasmus von der Reise und wie sehr sie sich doch freue in ihrem Leben nach Deutschland zu reisen, der Heimat ihrer Vorfahren. Über die Innenstadt fuhren sie kurz auf die Autobahn und schließlich in ein nobles Viertel am Rande der Stadt. Dragos bekam große Augen beim Anblick der vielen schönen Häuser, die Infrastruktur, die vielen teuren Autos.

Nach einer halben Stunde fuhr der Mercedes auf eine große Einfahrt einer noch größeren Villa.

´´Da wären wir. Großvater wartet schon auf uns. ´´ Greta öffnet die große Haustür und sie traten in einen Palast ein. Die Räume waren sehr hoch, hell und mit einer Note Extravaganz. Dies machte einen enormen Eindruck auf Dragos und er fühlte sich auf einmal sehr klein in dieser großen Villa.

Plötzlich hörten sie Schritte und ein alter Mann trat ihnen entgegen. Er trug wieder einen Pullunder wie auf dem Foto und eine Weile schauten sich er und Anna an.

´´ Anna. Bist du das ? ´´Anna tritt an ihn heran und umarmte ihn herzlich. ´´Fritz. Endlich sehen wir uns nach all den Jahren ´´ Tränen rangen aus Annas Wangen und ihr Onkel umarmte sie noch fester und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Alle im Raum versammelte Familie schauen dieser rührenden Szene zu, bis Fritz schließlich sie in das Esszimmer bat um dort was zu essen. ´´Die Reise musste anstrengend gewesen sein. Kommt, esst was, dann könnt ihr euch ausruhen. Wir haben extra für euch ein Gästezimmer hergerichtet.´´

Anna, Dragos, Fritz, Greta, Carlo sowie Fritz´s Söhne Karl und Ralf saßen an dem großen Esstisch umgeben einer Atmosphäre die einen Menschen zu Tränen rühren könnte. Fritz und Anna hielten sich enthusiastisch, während Dragos der Sprache beraubt da saß und seine Großmutter ab und an für ihn übersetzte. Dann wandte sich der Patriarch an Dragos und stellte ihm ein paar Fragen. Anna übersetzte er wolle mehr über ihn wissen.

Dragos wusste nicht recht was er sagen sollte, denn es gab da nicht viel zu sagen über sein Leben in Rumänien. Und so versuchte er mit Floskeln ihn möglichst vom Thema zu bringen und mehr ihn erzählen lassen. Und dies konnte Fritz ganz gut. Er unterhielt sich mit Anna lange und intensiv. Im Augenwinkel beobachtete Dragos Greta wie sie ihren Freund an der Hand hielt und gespannt den Alten beim Erzählen zuhörten.

Dann bot Fritz ihnen an sich in das Gästezimmer zurückzuziehen und sich auszuruhen.

In ihrem Zimmer drängte Dragos seine Großmutter alles zu erzählen worüber sie sich mit den Deutschen unterhielt.

Anna erzählte ihm von der Flucht der deutschen Siedler aus Rumänien, den Repressalien der Flüchtlingen im Westen und der schwierige Neubeginn nach dem Krieg.

Fritz hat in seinen jungen Jahren eine Lehre als Drucker abgeschlossen und schließlich eine eigene Druckerei gegründet, die über Jahrzehnte die wichtigsten Zeitungen Dortmunds druckten.

Er schaffte es dadurch ein Mann mit Vermögen zu werden, dessen Kinder und Enkel nun ein Verlag im Ruhrgebiet führten. Dragos war dem allen weit weg. Er las keine Bücher, ging nur zur rumänischen Volksschule und genoß keine hohe Bildung. Und so fühlte sich Dragos jetzt auch in Deutschland. Als ein einfacher Tagelöhner der rumänischen Provinz. Anna schien ihm diese Gedanken anzumerken. ´´Dragos, ich wollte dir sagen, dass du ein sehr guter Junge bist. Ich liebe dich sehr. Für mich bist du die wichtigste Person in meiner kurzen Zeit, die ich noch habe.´´

Dragos sah sie an und sagte nichts. Er umarmte sie aber dankend herzlichst und ging zu Bett.

Das Leben in der Bundesrepublik ist Welten entfernt der rumänischen Provinz.

Hier herrschte eine gewisse Ordnung und Pingeligkeit. Die Menschen gingen ihren Terminen nach und alles drehte sich um die Arbeit und dem Pflegen des Gartens. Dragos fand das Leben in diesem Dortmunder Wohngebiet zwar Luxuriös, aber irgendwie doch recht langweilig und bigott.

Sein Dorf in Rumänien war trotz der vielen Alten, doch aufregender und lebhafter. In seiner Heimat schienen die Menschen weniger verkrampf und herzlicher. Vor allem aber authentischer und temperamentvoller. Deutschland ist zwar ein reiches Land, aber auch hier kann man sehr schnell einsam werden. Die Menschen haben genug zu einem gefühlt guten Leben, aber irgendwas fehlte hier. Dragos wusste nicht recht ob er sich hier wohl fühle oder einfach nur einsam durch die fehlende Sprache war. Greta widmete sich ihm und nahm ihn mit in die Stadt und zeigte ihm dieses und jenes an Sehenswürdigkeiten. Dabei hatte sie immer ihr Handy dabei und übersetzte das Nötigste mit dem Google Übersetzer. Das schien immer besser zu funktionieren und schnell gewöhnten sie sich einander an. Dragos fand heraus dass Greta an die technische Universität ging und dort Physik studierte. Sie war überaus höflich zu ihm und nahm sich geduldig Zeit, um ihm alles Wichtige zu übersetzen oder zu zeigen.

Der Besuch Dragos und Annas war nur auf eine Woche begrenzt, danach würden sie wieder nach Rumänien zurückkehren. Dragos gefiel es zwar immer besser in Dortmund, sehnte sich aber auch nach seiner Sprache und den Menschen in seiner Heimat. Vor allem die gefühlte Gewissheit, er könne Greta nicht näher kommen, ließ seinen aufkeimenden Wunsch in die Heimat zurückzukehren größer werden.

Es naht der letzte Abend in Dortmund für Dragos und Anna. Sie waren kurz abgetaucht in eine andere Welt, doch nun naht die Zeit des Abschieds. So organisierte Fritz eine große Abschiedsfeier für seine Cousine und ihren Enkel. Es war ein lauwarmer Sommertag und die Gastgeberfamilie stellte ein großes Zelt im Garten auf und der Grill wurde angeschmissen. Es kamen noch Freunde der Familie, alle tranken reichlich Bier und Wein und die Stimmung war vollends gelöst.

Alle saßen sie im Garten zusammen, aßen, tranken gemeinsam und erfreuten sich der Anwesenheit der Gäste aus Rumänien. Anna trank sogar gerne jede Runde einen Schnaps mit Fritz und sprachen über die dunkle Vergangenheit, der Zeit der Trennung und das fröhliche Gemeinsam am heutigen Abend. Sogar Dragos fühlte sich gelöst, dazugehörend und einfach Froh diese tollen Menschen kennen gelernt zu haben. Noch mehr freute ihn, dass Greta sich stets zu ihm setzte und mithilfe des Google-Übersetzers ihm das Wichtigste übersetzte, was bald jedoch nicht nötig war, denn Dragos verstand immer mehr die deutsche Sprache und orientierte sich an der Mimik der Gäste, worüber sie sprachen. Die Feier zog sich bis in die Nacht hinein und die Alten waren es die noch länger draußen quatschten und die Jungen, die sich müde in das Haus zurückzogen. Dragos wusste um die anstrengende Fahrt am nächsten Tag nach Rumänien und ging in die Villa zurück.

Er nahm die Treppen in den ersten Stock, ging in Richtung des Badezimmers, öffnete sie und plötzlich stand Greta nackt vor ihm. Erschrocken wich Dragos zurück, lehnte die Tür zu und entschuldigte sich auf deutsch. Beschämt entschuldigte sich Dragos noch einmal und ging in sein Zimmer zurück.

Dort saß er auf dem Bett und wartete bis das Badezimmer frei wurde, doch es kam anders als er dachte. Er hörte wie die Badezimmertür aufging und kurz darauf öffnete sich die Tür seines Zimmers. Zuerst geblendet durch des Lichtes im Flur, nahm er eine schmale Gestalt wahr und sah Greta vor sich. Sie war nackt, trat in das Zimmer und schloß sie leise hinter sich.

Dragos erstarrte vor diesem wunderschönem Körper und einen Moment lang brachte er kein Wort heraus. Dann trat Greta an ihn heran, setzte sich auf seinen Schoß und küsste ihn leidenschaftlich. Dragos nahm seine Hände an ihre Hüfte und spürte die Wärme ihres Körpers…

Am nächsten Tag war der Moment des Abschiedes gekommen. Dragos und Anna nahmen ihre Koffer und stiegen in das Taxi, dass sie zum Hauptbahnhof bringen sollte.

Anna winkte noch Fritz zu und Dragos sah noch einmal Greta an, die die Hand von Carlo hielt.

Es war eine schöne Reise nach Deutschland, die Dragos nie mehr vergessen solle und schließlich zufrieden in seine Heimat zurückkehrt.