Sie ist alleine.
Einst teilte sie das Glück mit ihm.
Sie waren anfangs ein wunderschönes Pärchen.
Aus ihren zwei Herzen entstand eine Liebe und aus der Liebe entstand ein Kind.
Gezeugt und geboren in Liebe, dem Leben willkommen geheißen und der Aussicht auf ein glückliche Zukunft.
Doch es sollte nicht so sein. Es sollte anders sein.
Wie es passierte weiß schon längst keiner mehr, aber jeder Weiß dass es jetzt vorbei ist.
Sie lernte ihn auf einer Feier kennen. Er war überaus attraktiv und charmant. Zuvorkommend und Liebevoll. Er war das, was sie als ihren Traummann bezeichnete. Alles bedeutete ihn für sie.
Es folgten Dates, ein Spaziergang in den Park, dem Besuch im Kino, dem gemeinsamen Essen in einem schicken Restaurant.
Irgendwann sagte er, er liebe sie. Irgendwann erwiderte sie diese Liebe.
Sie sei alles für ihn, sagte er.
Und sie glaubte ihm.
Die Jahre vergingen und eine Hochzeit stand kurz bevor. Es war wie eine Verheißung einer blühenden Zukunft, dem perfekten Glückes.
Und da kam Lara auf die Welt.
Beide trauten ihrem Glück nicht, denn es war unbeschreiblich, dieses Wunder des Lebens.
Aus zwei sollten drei werden, aus drei eine ganz große Liebe.
Und die Jahre vergingen. Die Zeit ändert den Menschen, manchmal sogar bis zur Unkenntlichkeit.
Er fing an sich zu verändern, sich gehen zu lassen, ihr keine Komplimente mehr zu geben.
Tagein, Tagaus saß er nach der Arbeit nur noch auf der Couch und trank seinen Bier. Eine Szene wie aus einem schlechten Spielfilm gestohlen.
Trotzdem hielt sie noch zu ihm. Dem Haus, dem Garten, der Tochter geschuldet.
Als Lara nun in den Kindergarten ging, hatte sie Zeit um etwas nebenbei in einem Blumenladen zu jobben. Gerne mochte sie der Natur Schönheit, doch zu lange her, diese Schönheit in ihrer Liebe zu finden.
Langs ist es her. Der letzte Kuss, die letzte Umarmung, die letzten warmen Worte.
Die Wärme entwich der Kälte wegen, der Kälte wegen entwichen zwei Menschen zueinander.
Natürlich gab es eine andere Frau. Natürlich war sie nur noch das dritte Rad. Völlig überflüssig nur noch eine Mutter zu sein und nicht mehr auch Ehefrau zu sein.
Des Mannes Gedanken sind grade und stumpf. Männer lieben auf ihre eigene Art und Weise, doch erliegen sie zu schnell dem Charme einer anderen Frau.
´´Es war bloß Sex´´, versuchte er seiner Ehefrau zu erklären.
´´Nein, ist es nicht´´, entgegnete sie ihm.
Schnell waren die Sachen gepackt, schnell das Verschwinden aus dem einstigen Traumhaus.
Es folgte ein neues Leben. Ein Neustart in einer kaputten Welt.
Wahrlich die Frauen haben es nicht leicht in dieser so männlichen Welt.
Nun ist sie alleine und alleinerziehend.
Natürlich wollte sie nur das Beste für ihre Tochter.
Sie dachte der Vater würde es eben tun, doch er ist spurlos verschwunden.
Es war vorbei.
Vorbei des gezeichneten Glückes, fortan ein Überleben statt des Lebens.
Doch das wird sie schaffen, ihres Kindes wegen.
