Sie schaut aus dem Fenster der Zuges und verabschiedet leise ihre Heimat Berlin.

Sie trägt einen gelben Stern auf der Brust, doch es sind nicht die Sterne der Verheißung wie im Himmel, nein, es sind Sterne der Ausgrenzung und der Vertreibung aus der Heimat, in der diese Sterne nicht mehr willkommen waren.

Langsam rollt der Zug an und die Reise führt Richtung Süden in das gelobte Land. Das Land der Wiege unserer doch eigentlich so friedlichen Kultur, doch dies solle eine Täuschung sein, eine Lüge des Lebens oder eine Verklärung des Guten.

Vorbei ziehen die Landschaft. Wälder, Wiesen und Dörfer vorbei und es solle passieren, dass sie Berlin nie wieder sieht, geflüchtet in das gelobte Land, nach Tel Aviv.

70 Jahre später.

Es solle passieren dass die Kinder und Enkel wieder nach Berlin reisen.

Es solle passieren, dass Menschen des einstigen gelben Sterns wieder die Schönheit Berlins sehen und sich dieser Berliner Luft erfreuen.

Es sind neue Zeiten für Deutschland, für Berlin.

Nie wieder sollen gelbe Sterne auf der Brust aus Berlin flüchten,

Es solle passieren, dass nur noch gelbe Sterne auf blauem Grund des Landes Frieden herrscht.

Von Berlin nach Tel Aviv, von Tel Aviv nach Berlin. Wahrlich der Frieden ist des Glückes Schatz.