Er steht vor dem Spiegel und richtet sein Gewand.
Es steht ein weiterer Gottesdienst bevor.
Der Hirte muss seine Schäfchen führen,
führen aus dem Tross des Bösen, der Unsitte
Gerne steht er da und predigt,
wenn Hilfesuchende Menschen ihm zuhören und Trost suchen,
Trost suchen in einer Welt, die keinen Trost zu spenden vermag
Doch er ist auch nur ein Mann,
gefangen in der Endlichkeit, seiner so endlosen Aufgabe Gottes,
Und da steht er da und predigt,
Predigt nicht mehr von Gottes Liebe zu Menschen,
sondern dem Hasses der Teilung und Missgunst,
Immer wieder dieses Gerede,
Gerede über Minderheiten, den Homosexuellen, den Menschen anderer Natur,
Das Gerede über die Muslime, den Juden, den Atheisten, den Abkehrern
All das sind Worte der Verzweiflung,
der Verzweiflung des Kontrolle Verlustes,
Des Verlustes an Gehör,
Wer maßt sich an vor Gott zu stehen und in seinem Namen zu sprechen ?
Es sind wahrlich Menschen, der Naivität und Missgunst unterlegen,
denn mehr haben sie im Leben nicht,
nur das Empfangen von Fürbitten von Menschen, die selbst Fürbitten bräuchten,
Es sind gefallene Priester,
gefallen in der Gefälligkeit ihrer Selbst,
den eigenen gesprochenen Worten, über das der Menschen und schließlich Gott zu stellen,
denn mehr haben sie nicht,
nur die Gefälligkeit ihres eigenem Selbst.
