Ein schmächtiger Knabe steht vor dem Spiegel.

Er betrachtet seine goldblonden ans Schulter fallende Haare und blickt in klargrauen Augen.

Der inzwischen sechzehnjährige Junge steht Nackt vor dem großen Spiegel im Badezimmer.

Betrachtend seine Schönheit, den Körper entdeckend und seinen Glied greifend, schließt er die Augen und denkt nach. Denkt nach über eines anderen Mannes Körper, seinen schmalen Hüften, flachen Hintern und einen wunderschönen Penis zwischen den Beinen hängend.

Es war die Zeit, die eine Zeit im Jugend eines jeden Menschen, des Bewusst werden der eigenen Sexualität, ihre Entdeckung und die erste Sehnsucht nach des Berühren eines nächsten Menschen.

Laurent Giscard ist jetzt sechzehn Jahre alt und immer mehr wird ihm bewusst, dass er anders war, als andere Altersgenossen.

Diese reden viel über die vielen schönen Mädchen in dem kleinen Ort, reden über deren Brüste und Hintern. Reden darüber, in eine Frau einzudringen und zu küssen.

Natürlich wollte Laurent genau wie die Anderen sein. Doch er war es nicht. Laurent teilt ein Schicksal, wie viele andere schwule Heranwachsende.

Er hat es stets versucht. Versucht in der Fantasie ein Mädchen zu küssen, doch es gelang ihm nicht, sich davon zu erregen. Laurent spürte natürlich eine Erregung, doch es war eine Andere. Es war die Erregung einen schönen Mann zu sehen. Dessen markantes Gesicht zu küssen und seinen Glied zu betrachten.

Oft passiere es in Blättern von Modekatalogen, die Bilder von Männern in Unterwäsche sehend oder auf dem Freibad, wenn andere Knaben ihre durchtrainierten Oberkörper entblößen.

Es ist nichts Schändliches. Aber es muss gelernt, gewollt und akzeptiert werden, diese Liebe zum eigenen Geschlecht.

Natürlich erkannte Laurent die Macht der Selbstbefriedigung. Und diese Selbstbefriedigung genoß er in vollen Zügen, wenn er in seiner ganz eigenen Fantasie, sich auf die Schultern eines schönen starken Mannes legt.

Wenngleich Laurent immer mehr diese Liebe erkannte, so erkannte er nicht die Liebe der Mädchen zu ihm. Laurent erschien wie ein wunderschöner Engel, auf des Erde wandelnd. Natürlich lagen die jungen Mädchen ihm zu Füßen, die ihren männlichen Altersgenossen deutlich Reifer erscheinen vermochten. Die Frauen liebten Laurent und Laurent liebte die Frauen. Auf eine andere Art. Der Knabe umgab sich gerne mit diesen ihm doch wunderschön erscheinenden Wesen, aber es war keine Sehnsucht nach ihren Körper, mehr eine Muse in ihrer weiblichen Gutmütigkeit.

Mit ihnen genoß Laurent viele Gemeinsamkeiten, wie die Schönheit der Welt in der Natur, der Mode und die schönen Männer.

Laurent war stets umgeben von jungen Frauen, denn diese genossen seine ganz eigene Art. Sie teilten mit ihm die Themen, die in Köpfen von jungen Mädchen präsent waren, und eine recht weibliche Sicht auf die Welt.

Laurent liebte das Schöne. Liebte es die Menschen zu verschönern und der Umgebung eine Schönheit zu schenken.

Je länger die anderen Mädchen sich mit Laurent umgaben, umso mehr wurde ihnen Bewusst, um dessen zarte Seele. Es gab Mädchen, die mit Laurent schlafen wollten, aber diese merkten schnell, um die Unmöglichkeit dieses Wunsches. Laurent liebte die Frauen, ihre Eleganz, ihre Schönheit, aber mehr auch nicht.

Umso mehr drang in Laurents Bewusstsein der Wunsch mit einem anderen Jungen zu schlafen. Im jugendlichen Alter, ist es der Beginn der ersten sexuellen Erfahrungen und das Kennen lernen, dieser zutiefst menschlichen Gabe.

Doch wie soll ein junger schwuler Mann in den Wirren der Pubertät einen anderen Man finden ?

Es ist ein Dilemma, den viele andere Schwule teilen.

Laurent sehnte sich dieser Begebung und sann nach ihr.

Sann lange nach dieser Begegnung, doch erst mit fortschreitendem Alter lernt der Mensch zu lieben und zu erkennen.