Einsam sitzt er da am Fenster.
Er blickt durch seine Hornbrille aus dem Fenster hinaus auf die Wälder der schwedischen Provinz.
Sein MacBook lag vor ihm auf dem Schreibtisch, neben unzähligen Büchern und Notizen.
In der Schublade kramend, holte er eine Schachtel rote Lucky Strikes heraus, nahm eine Zigarette und zündetet sie sich an.
Nachdenklich saß er nun dort, einsam in einer kleinen Hütte inmitten des schwedischen Nirgendwos.
Alles war ruhig, einzig das Gezwitscher der Vögel und das ständige Tippen an seinem Computer störten diese fast stille Ruhe.
Dieser Mann ist ein Schriftsteller. Ein Mann der schreibt, ein Mann der eine Geschichte zu erzählen hat und sich deswegen in die Weiten der schwedischen Provinz zurückzieht.
Es sind nun sechs Wochen vergangen, seitdem der leicht ergraute Mann, an diesem Tisch sitzt und schreibt. Auch wenn er alleine ist, so lässt er sich nicht gehen, optisch jeden Falls.
Er trug stets ein weißes Hemd und darüber eine graue Strickjacke. Die Haare lang wachsend, fielen sie ihm glatt auf die Schulter runter, auf dem Gesicht einen wuschigen Vollbart wachsend.
Lange her dass er sich raus traute und noch länger her einen anderen Menschen gesehen zu haben.
Doch der Mann war nie alleine. Er wohnte nicht allein in seinem Kopf. Ein ständiger Begleiter umgab sich um ihn. Dieser Begleiter sprach unentwegt zu diesem Schriftsteller.
Doch plötzlich öffnete der Mann auf seinem MacBook eine neue Textdatei und schrieb einen Text:
Ich erinnere mich noch genau. An den Zeitpunkt als ich den Verstand verlor.
Ich war allein und doch nie wieder einsam als du kamst.
Du sprachst zu mir und leistest mir fortan stets Gesellschaft.
Zu einer Zeit in der nichts mehr normal war.
Die Worte die du zu mir sprachst, wie eine Brandmarkung meiner Seele.
Eine Seele die nie mehr nur mir gehören sollte.
Ich kenne dich jetzt und erkenne mich an dich immer mehr.
Vielleicht bin ich nun verrückt, aber nie mehr allein.
Manchmal lachten wir zusammen,
manchmal stritten wir uns,
manchmal verzweifelten wir uns aneinander.
Dich wegwünschen ist nicht möglich,
dafür kenne ich dich jetzt zu gut.
Du gabst mir eine Stütze in diesem Leben,
der ich nie wieder missen werde,
und doch, werde ich durch dich sterben.
Denn niemand vermag es dich zu sehen, dich zu erkennen.
Alles haftet nur an mir, an meinem Körper, an dessen was die Menschen an mir sehen.
Wie ein unsichtbarer Schatten folgst du mir,
Doch deine Anwesenheit wirft noch größere Schatten voraus.
Ich bin nun für immer gebrandmarkt.
Und trage dich in mir,
wie eine Narbe in meinem Gesicht.
