Immer nachts, wenn keiner auf den Straßen ist, zieht er los auf seinem Streifzug durch die Stadt.
Immerzu beseelt von einem unendlichen Hunger und der Abhängigkeit nach dem schnellen Fraß.
Immer mehr nimmt er an Gewicht zu und schwört sich jeden Tag neu, die vielen Kilos auf den Rippen wieder zu verlieren.
Immer mehr wird ihm bewusst, dass er Krank sei.
Immer mehr die Tatsache einer Essstörung.
Warum dieser unendliche Hunger ?
Warum diese seelische Leere, gefüllt mit Pommes und Burgern ?
Warum dieses Fett, dass das Leben bestimmen soll ?
Er kam zum studieren in diese Stadt, weitab der elterlichen Heimat.
Auf der Suche nach einer Zukunft, inmitten des Lebens Frühling.
Schon immer schämte er sich für seinen Körper.
Schon immer sehnte er sich nach Schönheit und den Blicken von schönen Frauen.
Einst schaffte er das schier Unmögliche.
Einst verlor er dieses verhasste Fett und war des neuen Lebens mehr als Glücklich.
Eint war er am Zenit seiner Träume.
Doch der alte Feind gewann wieder die Oberhand.
Doch jetzt kehrte der unständige Hunger wieder zurück.
Wenn das Essen kein Mittel mehr zum Leben sei.
Wenn das Essen, das Leben zur Hölle macht.
Wenn die Lebensmittel, einem das Leben beenden wollen.
Eine Essstörung hat viele Facetten, viele Aspekte und unendlich viele Wege das Leben zur Hölle zu machen.
Besonders in unserer hochentwickelten Industrienation, in der das schnelle billige Essen überall zu haben ist, ist ein Kontrast zu all den falschen Wertvorstellungen der eigene Schönheit in sozialen Medien zu beobachten.
Wer dick ist, wird oft in der Würde, der Intelligenz und der Außenwahrnehmung herabgewürdigt.
Wer dünn ist, wer den ästhetischen Standards der Mode-Influenzer entspricht, hat es oft einfacher.
Ein Teufelskreis aus Hunger, Genuss und Diäten.
Wenn das Essen das Leben bestimmt, was richtig sei, aber eben auch zur Krankheit werden kann, ist dies eine Perversion unseres Wohlstandes und Reichtum an Konsumgütern.
Wie könnte man diese ein Ende setzen ?
Durch nachhaltige, bewusste und hochwertige Produkte mit mehr Wertschätzung.
Damit die Säule jeder menschlichen Kultur, eben das Essen, wieder zu einem kulturellen Gut wird.
Und so läuft er weiter in seinem Albtraum des eigenen Körpers durch die Gegend, willens diesen Feind zu schlagen und wieder das Gleichgewicht aus Genuss und Lebensmittel zu finden.
