…in der Hölle des Bahnhofsviertel
Hallo ich heiße Tom und bin abhängig.
Abhängig des kleinen weißen Pulvers und den Stoff aus den Träume gemacht werden.
Doch leider entpuppen sich diese Träume als reale Albträume, die mich Tag und Nacht, Stunde um Stunde zerstören.
Es begann mit dem Ausprobieren von Neuem, dem Rebell der Jugend, der unglaublichen Erfahrungen durch Drogen.
Ich sah sie nicht als ´´harte Drogen ´´, vielmehr als eine Flucht. Eine Flucht in des Paradieses der Freiheit und Freude.
Doch nun stehe ich hier und erzähle meine Geschichte. Diese eine Geschichte könnte jeden Tag meine Letzte sein und so versuche ich sie wenigstens so interessant wie möglich zu erzählen. Denn sie ist nun mal die Meine.
Jedes Paradies hat seinen Preis.
Ähnlich wie Adam und Eva der Versuchung des Unbekanntem unterlagen und des Garten Edens von Gott selbst verbannt wurden.
Was ist das für ein Gott, der doch sein Ebenbild in Ungnade fallen lässt und sie dem Schmerz und Trauer überlässt ?
Ich spüre diese Schmerzen jeden Tag. Jeden Tag schreit mein Körper nach des Stillen der Spritze.
Meine Lungen brennen, des rauchenden Blattes und meine Nase blutet rot im Weiß der Drogen.
Ich bin gefangen. Gefangen in meinem Körper und der Sucht. Die Sucht bestimmt mein Leben, sie fordert ein und gibt mir im Gegenzug nur einen kurzen Moment der Freude.
Es ist genau diese Freude, die meinem Leben noch einem Sinn gibt. Der Grund zu leben und überleben.
Das Überleben dient nicht mehr mir, sondern dieser Krankheit. Tief in meinem Inneren kenne ich mich noch, doch diese gerät zu schnell in Vergessenheit.
Es entstand kein Mensch mehr, nein, vielmehr eine gefangene Seele im Körper eines Junkies.
Auch ein Junkie hat seine Gewohnheiten, seine Tagesstruktur, seine ganz eigene Ordnung in der Welt.
Während ein normaler Mensch morgens aufsteht, zur Arbeit eilt, seinen Aufgaben wie Pflichten nachgeht und sich nach Feierabend seinen Hobbies zuwendet, so lebt ein Junkie auch getreu dessen um seine Existenz zu sichern.
Jedoch ist diese Existenz einfacher zu beschreiben. Sie dient großteils dem Beschaffen von Drogen.
So werden wir nicht krank, sondern als kriminell eingestuft.
Sind denn andere Menschen kriminell, wenn sie ihr Überleben sichern wollen ?
Ihren Lebensstandard oder der Grundbedürfnisse ?
Ein Junkie tut Illegales um der biologischen Legalität der Abhängigkeit zu erfüllen.
Wasser, Luft, Nahrung. All das braucht der Mensch um zu überleben.
Doch mir reichen diese Gaben nicht.
Bei jedem Schuss, jedem stillen der inneren Leere, sterbe ich ein Stückchen mehr.
Irgendwann holt mich der Tod ein. Aber so möchte ich nicht sterben. Vielmehr mit Würde und Stolz.
Dies wäre mein letzter Wunsch…
