Ein Vater geht mit seiner kleinen Tochter in den nahe gelegenen Stadtpark spazieren.
Seine Hände gleiten durch ihre sanfte blonde Haare.
Die Tochter hebt ihren Blick in das Gesicht ihres Vaters und fragt: ´´Papa, wo ist eigentlich Veronika ? ´´
Der Vater blickt kurz in die blauen Augen seines Kindes. Doch für einen kurzen Moment wand er sein Gesicht ab.
´´Vati?´´die erneute Frage der Tochter.
Auf einmal blitzte es in den sonst kalten grauen Augen des liebenden Vaters. Ein rot wie aus Feuerschaumen durchzog wie eine Narbe sein Gesicht.
´´Lena. Veronika ist nicht mehr da. Am Besten du vergisst sie. Du wirst andere deutsche Freundinnen haben.´´
Vor zwei Wochen.
Der Vater trägt eine kaki-braune Uniform der SA und statt die Hand seiner Tochter, trägt er diesmal einen Schlagstock.
Wir schreiben das Jahr 1933. Ein schreckliches Jahr für das freie Deutschland.
Eine Gruppe von Nazischergen versammeln sich vor einem jüdischen Geschäft und beschmieren das Schaufenster. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Irgendwann spitzte sich die hasserfüllte Atmosphäre in pure, blanke Gewalt zu.
Es geschah an diesem Tag, an dem Deutschland vom Land der Dichter und Denker zu einem Henker-Staat wurde. Gegenseitig an Ressentiments aufgegeilt in einer nationalen Gruppendynamik, sollte das Mädchen Veronika, die beste Freundin von Lena, ihre Eltern verlieren und anschließend verschleppt werden.
